Am 18. April führte die Nationalrevolutionäre Jugend (NRJ) eine Wanderung durch die Märkische Schweiz im brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland durch. Solche Wanderungen werden von der NRJ regelmäßig durchgeführt und dienen als niedrigschwellige Aktivität für an der Gruppe interessierten Menschen und bereits fest gebundene Kader.
Bei der Rekrutierung neuer Mitglieder spielt die Vermittlung der nationalsozialistischen Ideologie der Partei eine zentrale Rolle. Der III. Weg begreift Umweltzerstörung wie auch Migration und Liberalismus als bewusst gegen das deutsche Volk gerichtete Maßnahmen. Dem folgend ist Naturschutz genauso wie eine spirituelle Naturverbundenheit ein wichtiger Teil der eigenen Ideologie. Der Aufenthalt in der Natur wird bei Wanderungen mit sportlicher Betätigung und Gemeinschaftserlebnissen abgerundet. Der Tag in der Natur wird im Nachgang auf den parteieigenen Social-Media Kanälen zur Werbung neuer Interessent*innen genutzt.
Am 18.April kamen die Neonazis bei ihrer Wanderung auch beim lokalen Trödelmarkt in der Kleinstadt Buckow vorbei. Dort wurden sie aufgrund ihrer Parteikleidung erkannt und von den Anwesenden konfrontiert. Als den Neonazis mitgeteilt wurde, dass sie unerwünscht sind und sie von der Veranstalterin des Trödelmarktes des Hofes verwiesen wurden, attackierten mehrere Mitglieder der NRJ gezielt einen Standbetreuer mit Pfefferspray und Faustschlägen. Dabei wurde der Anführer der NRJ Erik Storch klar als einer der Gewalttäter identifiziert. Mit der anschließenden Gegenwehr durch die Anwesenden Besucher*innen des Trödelmarktes hatten die Nazis allerdings wohl nicht gerechnet. Durch das beherzte Eingreifen der Umstehenden wurden die Aktivist*innen der Partei vom Gelände vertrieben und der Trödelmarkt konnte anschließend friedlich fortgesetzt werden.
Neben Erik Storch waren noch mindestens acht weitere Neonazis an der Wanderung mit dem Angriff beim Trödelmarkt vertreten. Zu nennen ist hier mit Luca Stolle der Sohn vom langjährigen Der III. Weg Mitglied Pascal Stolle. Dieser war vor zu Gründungszeiten vor zehn Jahren ein wichtiges Mitglied des III. Weg in Brandenburg. Zusammen mit Maik Eminger dem Zwillingsbruder vom NSU Unterstützer Andre Eminger baute Pascal Stolle in Potsdam/Mittelmark einen Stützpunkt des III. Weg auf. Doch aufgrund privater und politischer Probleme der beiden Führungskader stellte der Stützpunkt schon vor einigen Jahren seine Aktivitäten ein und ist heute nur noch auf dem Papier vorhanden.
Neben Erik Storch nahm auch seine Partnerin Wicky Wietasch an der Wanderung teil. Bei Unbekannt 3 handelt es sich um den Sohn des langjährigen Der III. Weg Mitglieds Isabel Paetz aus der Region Oranienburg. Die weiteren an der Wanderung Beteiligten Neonazis waren ausschließlich neu Interessierte, die sich erst seit kurzem im Umfeld der NRJ Berlin-Brandenburg bewegen. In der Vergangenheit nahmen auch viele bereits etablierte Kader an solchen Wanderungen teil. Seit einiger Zeit zeichnet sich jedoch ab, dass viele Neonazis der ersten Generation die NRJ wieder verlassen haben oder inaktiv geworden sind. Den neuen Interessent*innen steht nun zumindest ein Ermittlungsverfahren bevor, denn nach dem Angriff wurde die Wandergruppe noch von der Brandenburger Polizei aufgegriffen. Im Gegensatz zu den erfolglosen Ermittlungen zum Angriff in Bad Freienwalde im letzten Jahr sollte diesmal für die Polizei eine Ermittlung der Täter nicht schwierig sein.
An der Wanderung haben folgende Neonazis teilgenommen: